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Generation 60plus – Halbzeit beim Training mit Laufanfängern

Beim Schreiben dieses Berichts ist es Mitte Oktober. Halbzeit beim Lauftraining für Senioren in Bad Bevensen. Ein guter Zeitpunkt für einen Zwischenbericht für diese Ausschreibung. Eine Beziehung zum Ilmenaulauf ergibt sich übrigens beim Blick in die Ergebnisliste der letzten Veranstaltung. Über die 4,7 km und 9,6 km Strecke waren jeweils Senioren der Altersklasse M 80 am Start.

Noch dazu mit tollen Ergebnissen von 42 Minuten über 4,7 km (Joachim Detzkies vom MTV Bad Bevensen), bzw. 56 Minuten über die 9,6 km Strecke (Hans-Joachim Matthies aus Hamburg). Das sind sehr beeindruckende Leistungen, die uns Jüngeren Mut machen können.

Heutzutage ist man mit 60 oder 70 Jahren nicht alt. Es gibt immer mehr Menschen dieser Altersgruppe. Viele von ihnen sind aktiv und fordern sich mit Freude körperlich. Damit bereiten sie ihr (Noch)Älterwerden bestens vor. Durch ihr Training erhalten sie sich ihre Selbstständigkeit. Es gibt viele tolle Geschichten darüber, was Senioren und Hochbetagte zu leisten in der Lage ist. Da ist zum Beispiel der inzwischen über 100-jährige Inder Fauja Singh, der mit 89 Jahren seinen ersten Marathon lief, danach bei vielen weiteren Marathonläufen am Start war.

Aktive Generation 60plusZurück zu meinem Projekt mit den Laufanfängern 60plus in Bad Bevensen. Das Training mit der älteren Zielgruppe besteht sinnvollerweise nicht ausschließlich aus dem Lauftraining. Wir trainieren auch Koordination und Kraft. Was nützt einem Menschen die beste Ausdauer, wenn es an der Kraft fehlt z.B. eine Treppe zu steigen? Verschiedene Studien zeigen übrigens, dass Krafttraining ältere Menschen muskulär so fit machen kann wie junge.

Übrigens: Wer nichts tut, der legt Fettmasse zu und verliert Muskeln mit jedem Jahr, das er älter wird, selbst wenn sich das Körpergewicht nicht ändert. Diese Tatsache allein ist ein Grund Kraft und Ausdauer zu trainieren. Neben Kondition und Schwung gewinnt man auch Sicherheit in der Koordination und vermeidet so unliebsame Stürze. Wer seine Beine nicht hebt, nicht heben kann, der fällt - irgendwann.

Bei den Trainingsreizen kommt es auf die richtige Dosierung an. Der ältere Körper braucht länger für die Regeneration. Körpereigene Reparaturprozesse lassen nach oder dauern länger. Andererseits ist nicht rechtzeitig trainierte Muskulatur schnell wieder verschwunden.

Fazit: Jeder kann in jedem Alter Kraft, Ausdauer und Koordination trainieren. Ich erlebe, wie viel Spaß meine Gruppe dabei hat und wie groß die Fortschritte sind. Nur eines gilt es im Alter viel mehr zu beachten als in der Jugend:

Vor Trainingsbeginn sollte eine ärztliche Untersuchung stehen. Ein EKG möglichst auch unter Belastung ist eine wichtige Voraussetzung.

Herzlich grüßt

Bettina Schomerus-Weinert