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Unser erster Marathon

Was laufen wir denn mal im nächsten Jahr? Diese Frage stellten Katharina Bechtloff und ich mir im Dezember 2010. Inspiriert durch den Athen-Marathon in Griechenland, den ihr Mann Rainer im November 2010 gelaufen ist, und die Menschen die sie dort kennen gelernt hat, sagte sie sich: „Das schaffe ich auch!“ Bei unseren vielen Läufen im November/Dezember des letzten Jahres, diskutierten wir viel über dieses Thema, wägten ab, überlegten und machten uns gegenseitig Mut. Am Silvesterabend meldeten wir uns dann schließlich für den Hamburg Marathon im Mai 2011 an, das war ganz leicht. Und nun? Ran ans Training. Katharina besorgte uns einen Trainingsplan nach Herbert Steffny und wir stimmten unsere Termine für die langen Läufe ab. Doch das neue Jahr begann gleich mit Krankheit von Katharina, doch davon ließen wir uns nicht unterkriegen. Ich startete im Januar zunächst alleine mit meinem Training, was gar nicht so leicht für den Kopf war, aber bald schon machten wir zu zweit weiter.

 

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Teilnehmergruppe beim Hamburg Marathon Katharina und Brigitte glücklich im Ziel

 

Unser Plan war es, den Marathon in erster Linie zu schaffen, das heißt 42,195 Kilometer im Stück zu laufen. Einen Halbmarathon zu laufen, das hatten wir ja schon mehrfach geschafft, doch die doppelte Distanz flößte uns schon ganz schön Respekt ein. Wir trainierten so, dass wir den Marathon mit einem Tempo von 7 Minuten auf einem Kilometer schaffen wollten, also strebten wir eine Gesamtzeit von 5 Stunden an. Zu den längeren Trainingseinheiten und Halbmarathons gesellten sich noch zwei weitere Läuferinnen dazu, die in Hamburg das erste Mal an den Start gehen wollten. Und so hatten wir immer Abwechslung und viel Spaß schon beim Training.

Dann war es soweit, der 22. Mai stand vor der Tür. Schon beim Abholen der Startunterlagen am Samstag davor war die Aufregung zu spüren. An Schlafen war in der Nacht zu Sonntag gar nicht zu denken, denn die Aufregung suchte sich Ihren Platz. Mit insgesamt 8 Läufern machten wir uns im Morgengrauen auf den Weg nach Hamburg und stürzten uns in das Getümmel unserer Mitläufer und Mitläuferinnen. Umziehen, noch mal schnell auf’s Dixi und dann los zu unseren verschiedenen Startblöcken.

Schon während des Wartens auf den Start brannte uns die Frühlingsonne mit 18 Grad auf den Kopf. Wir hatten ja schon mit einem warmen Tag gerechnet, aber so warm? Aber wir waren gut vorbereitet und wollten ja in einem vernünftigen Tempo die Strecke laufen. Endlich ging es los! Mitgerissen von der Stimmung unter den Läufern und dem fantastischen Publikum auf Hamburgs Straßen, liefen wir die ersten Kilometer total euphorisch. Wir hielten uns an unser Tempo, nahmen jede Wasserstation mit und genossen die Strecke und die Zuschauer. So purzelte Kilometer um Kilometer. Ab Kilometer 30 bekam Katharina leider Probleme mit ihrem rechten Knie und musste ihr Tempo verlangsamen. Ich versuchte sie ab Kilometer 35 zu motivieren, doch die Schmerzen machten sich immer mehr breit. Sie kämpfte sich mit einer Zeit von 5:02:32 Stunden ins Ziel und konnte sich erst mal gar nicht so richtig freuen. Als ich auf die Zielgerade in der Glacischaussee einbog konnte ich es kaum glauben und zog mein Tempo noch einmal an und schaffte eine Endzeit von 5:00:21.

Wir warteten im Ziel aufeinander und gingen dann gemeinsam ins Läuferdorf um unsere Männer zu suchen und uns zu erfrischen. Wir sind zwar geschafft, aber glücklich dass wir unser Ziel erreicht haben. Für uns zählt nicht die Zeit sondern dabei gewesen zu sein. Und so wird dieser Marathon nicht unser letzter gewesen sein!

 

Brigitte Redlin